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Ringelröteln

Parvovirus B19

Das humane Parvovirus B19 existiert als lineares Einzelstrang-DNA-Virus. Aus der Familie der Parvoviren stammend, erscheint es als Erreger der Ringelröteln (Erythema infectiosum). Seinen Namen verdankt das Virus der Laborprobe B19, in der Virologen es fanden. Das Parvovirus B19 – eines…

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Röteln

Röteln – eine ansteckende Krankheit aller Altersklassen

Bei Röteln handelt es sich um eine Erkrankung, die durch das sogenannte Rötelnvirus übertragen wird. Wen das Virus einmal befallen hat und bei wem die Röteln selbst ausgebrochen sind, ist ein Leben lang immun. Dafür können die Symptome und Folgen schwerwiegend sein.Kind mit Fieber bei Röteln

 

Krankheiten, die eine solche Immunität nach sich ziehen, werden auch als Kinderkrankheiten bezeichnet.

Die wohl markanteste Symptomatik der Röteln sind rote Flecken, die sich vom Oberkörper an überall ausbreiten. Daneben können am ganzen Körper unterschiedlichste Folgen der Krankheit deutlich werden.

 

Röteln – Die Verbreitung und Infektionswege

Der Mensch ist weltweit der einzige potenzielle Wirt des Rötelnvirus. Das Virus nährt sich von den Zellen des Lymph- und Atemwegsgewebes.

Die Erkrankung ist weltweit vertreten und in allen Bevölkerungsgruppen bekannt. In westlichen Staaten gibt es eine höhere Impfdichte als in Schwellenländern, weswegen die Verbreitung in den nordamerikanischen und europäischen Staaten tendenziell geringer ist.

In den Ländern mit einer niedrigeren Impfungsrate gegen Röteln tritt die Erkrankung zumeist im Kindesalter auf. Durch das hohe Infektionsrisiko der Röteln kann ohne eine Impfung die Krankheit auch in epidemischer Weise Verbreitung finden, da bereits eine Tröpfcheninfektion ausreicht.

Durch den Verbleib des Virus im Körper von Infizierten gab es bis vor ca. 3 Jahren auch Neugeborene, welche bereits von dem Virus betroffen waren. Offiziell ist dies in den letzten Jahren nicht mehr der Fall gewesen.

Röteln Übertragung durch Kontakt

Pediatrician examine child throat look with light

Die Übertragung der Röteln durch Tröpfcheninfektion zieht eine etwa zwei- bis dreiwöchige Inkubationszeit nach sich.

Bereits eine Woche vor dem Auftreten der Symptome ist der Patient ansteckend und kann die Viren weitergeben. Die Viren bewegen sich zunächst über die Atemwege in das Lymphgewebe und vermehren sich dort. Danach dringen die aktiven Viren in die Blutbahn ein und die Symptome der Krankheit treten auf. Ist der Patient eine werdende Mutter, so wird das Virus auf das ungeborene Kind übertragen und es wird bereits infiziert.

 

Symptomatik und Folgeerscheinungen der Röteln

Der Verlauf kann von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich sein. Einige Patienten haben neben den typischen roten Flecken nur Erkältungssymptome durch die Atemwegsbetroffenheit, während es in der Schwangerschaft auch ernster werden kann.

Röteln bedeutet höchste Gefahr für Schwangere!

Ist die Infektion und Einnistung der Viren vollendet, beginnt die eigentliche Krankheit. Rötliche, oftmals tastbare Flecken treten im Gesicht und an den Extremitäten auf.

Sodann entsteht im Zusammenhang mit der Abwehrreaktion des Körpers unterschiedlich hohes Fieber auf, das sich auch einige Tage halten kann. Darüber hinaus kann sich an den entsprechenden Stellen eine deutliche Schwellung der Lymphknoten abzeichnen. Diese Spannung kann Kopf- Glieder- und Nackenschmerzen nach sich ziehen. Gerade im Kopf- und Gesichtsbereich sind auch lokale Entzündungen, beispielsweise der Bindehäute, möglich.

 Röteln im Alter

Mit steigendem Lebensalter des Patienten sind auch schwerere Krankheitsverläufe möglich. Insbesondere immunschwache Patienten können durch Röteln Probleme am Herzen bekommen. Auch Entzündungen der Gelenke und Blutungsunregelmäßigkeiten sind eine denkbare Folge.

 

Röteln und deren besondere Problematik in der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft kann eine Rötelninfektion schwerste Schädigungen des Embryos hervorrufen. Während der Anfangsphase wird der Embryo zu über 80 % geschädigt.

Das Risiko schwächt sich zwar mit dem Fortschritt der Schwangerschaft ab, jedoch sind die möglichen Folgen nicht von der Hand zu weisen. Im Regelfall führt eine Infektion des ungeborenen Kindes zu Fehlbildungen der wichtigsten Organe. Herzinsuffizienzen und Leberschäden sind mögliche Folgen.

Des Weiteren kann eine Infektion mit Röteln auch zu Frühgeburten und einem sehr niedrigen Geburtsgewicht führen. Aufgrund dieser besonderen Gefahrenlage bei Schwangerschaften und der Infektion mit Röteln gehört die Untersuchung auf Rötelninfektionen zu den Standarduntersuchungen bei Schwangeren.

 

Die Differenzialdiagnostik bei Röteln

Aufgrund der primären Symptome in Form der Hautrötungen sind Röteln häufig schwer von anderen Erkrankungen abzugrenzen. Ähnliche Hautsymptome sind auch bei Scharlach oder adenoviralen Erkrankungen zu beobachten.

Bestimmte fiebrige Erkrankungen können ebenfalls eine derartige Hautveränderung bewirken. Grundsätzlich kann eine eindeutige Diagnose des Rubellavirus, welches für Röteln verantwortlich ist, nur mittels langfristiger Entnahme von Blutproben durchgeführt werden. Dabei wird das Blut auf Antikörper untersucht.

Die anschließende Behandlung kann zwar nicht die Ursache, aber die Symptome der Röteln bekämpfen. Vielmehr sind fiebersenkende und entzündungshemmende Mittel einzusetzen. Die konkret anzuordnende Medikation bei Röteln richtet sich nach dem Verlauf der Krankheit. Schwangere müssen auf die Gefahren der Infektion für das ungeborene Kind hingewiesen werden. Bei angeborenen Infekten werden Kinder schnellstmöglich therapiert und die Symptome der Röteln behandelt. Verschiedene Therapiearten sind hier denkbar.

 Wann darf ich mein Kind wieder in die Kita bringen, ohne andere Kinder zu gefährden?

Kinder und Babys sollten bis zu 10 Tage nach Abklingen der Symptome aus Einrichtungen mit einem hohen Personenverkehr ferngehalten werden, da die Ansteckungsgefahr noch über den Ausbruch der Krankheit hinaus besteht.

 

Röteln sind vermeidbar und können wirksam bekämpft werden

Sobald die Impfung gegen Röteln für Kinder möglich ist, sollte diese auch angewandt werden. Bei Erwachsenen gelten bestimmte Voraussetzungen für eine Impfung gegen Röteln aber auch in diesem Fall kann eine Infektion noch wirksam verhindert werden.

Werdende Eltern sollten sich besonders intensiv mit dem Thema Röteln auseinandersetzen und selbst überlegen, ob sie bereits immun gegen den Ausbruch sind und ob das Kind gefährdet werden könnte. Die Immunwirkung des Körpers kann in der Schwangerschaft herabgesetzt sein, weswegen ein Impfschutz überprüft werden sollte. Röteln sind eine hochansteckende und unter Umständen schwerwiegende Krankheit, die nicht unterschätzt werden sollte.